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Grenzwerte

Grenzwerte können in drei verschiedene Kategorien unterteilt werden:

  • Gesetzliche Grenzwert
    Diese sind zwingend einzuhalten. Sie entsprechen der internationalen Norm ICNIRP. Bei Einhaltung dieser Grenzwerte können keine wissenschaftlich anerkannten Auswirkungen auf die Gesundheit auftreten.
  • Vorsorge- oder präventive Grenzwerte
    In der Schweiz sind auch die sogenannten Anlagegrenzwerte verbindlich, welche vom Gesetzgeber als Vorsorge-Grenzwerte bestimmt wurden. Diese Richtlinien wurden auf den Verdacht von negativen Auswirkungen von Elektosmog eingeführt, ohne dass die Schädlichkeit wissenschaftlich bewiesen sein muss. In Deutschland hat das Institut ECOLOG solche präventiven Grenzwerte publiziert, welche aber nicht bindend sind.
  • Bewertungsrichtlinien der Baubiologen
    Für Elektrosensible ist es sinnvoll, die Bewertungsrichtlinien der Baubiologen hinzuzuziehen. Diese unterscheiden zwischen keiner, schwacher, starker und extremer Anomalie.

Gesetzliche Grenzwerte in der Schweiz

In der Schweiz werden die Grenzwerte durch die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung NISV geregelt. Es wird dabei zwischen Immissionsgrenzwerten und Anlagegrenzwerten unterschieden. Die Anlagegrenzwerte sind dabei deutlich tiefer als die Grenzwerte in den Nachbarländern, welche mehr oder weniger nur die Immissionsgrenzwerte kennen.

Anlagegrenzwerte (Vorsorge):

  • Die Anlagegrenzwerte der NISV sind Vorsorgegrenzwerte.
  • Sie liegen deutlich tiefer als die Immissionsgrenzwerte.
  • Sie basieren auf dem Vorsorgeprinzip des Umweltschutzsgesetzes und sind auf Grund technischer, betrieblicher und wirtschaftlicher Kriterien festgelegt worden.
  • Sie begrenzen die Strahlung einer einzelnen Anlage.
  • Sie müssen dort eingehalten werden, wo sich Menschen während längerer Zeit aufhalten.
  • Damit sorgen sie dafür, dass die Elektrosmogbelastung an Orten mit empfindlicher Nutzung grundsätzlich niedrig ist, womit auch das Risiko für vermutete Gesundheitsauswirkungen vermindert wird.
  • Orte mit empfindlicher Nutzung:
    Anlagegrenzwerte beschränken sich auf Orte, an denen sich Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten. Hier soll die Langzeitbelastung möglichst niedrig gehalten werden. Dies sind z.B. Wohnungen, Schulen, Spitäler, Büros oder Kinderspielplätze.
    Nicht in diese Kategorie fallen dahingegen Balkone und Dachterrassen, Treppenhäuser, Autogaragen, Lager- und Archivräume, nicht ständige Arbeitsplätze, Kirchen, Konzert- und Theatersäle, Campingplätze, Sport- und Freizeitanlagen, Fahrgasträume in Eisenbahnen und Aussichtsterrassen.
    (Aus 'Elektrosmog in der Umwelt' des BAFU, Seite 17)

Immissionsgrenzwerte:

  • Die Immissionsgrenzwerte der NISV sind international harmonisiert und entsprechen den ICNIRP Richtlinien.
  • Sie schützen vor wissenschaftlich anerkannten Gesundheitsschäden.
  • Sie berücksichtigen die Gesamtheit der an einem Ort auftretenden niederfrequenten oder hochfrequenten Strahlung.
  • Sie müssen überall eingehalten werden, wo sich Menschen - auch nur kurzfristig - aufhalten.
    (Aus 'Elektrosmog in der Umwelt' des BAFU, Seite 16)
AnlageFrequenzAnlagegrenzwertImmissionsgrenzwert
Eisenbahn16.7 Hz1'000nT (24h Mittelwert)300'000nT und 10'000 V/m
Stromversorgung50 Hz1'000nT100'000nT und 5'000 V/m
Rundfunksender10-860 MHz3 V/m28 V/m
Mobilfunksender900 MHz
1800 MHz 
4 V/m
6 V/m
41 V/m
58 V/m
UMTS- Sender2100 MHz6 V/m61 V/m

PR-NIS der Stadt Zürich

Die Stadt Zürich hat mit der PR-NIS Richtlinien für Gebäude bezüglich NIS / Elektrosmog zusammengestellt.
Es wird zwischen GNZA, welche Wohnbereiche mit 'empfindlicher' Nutzung wie Wohn- und Schlafzimmer umfasst, und GNZB für Nebenräume wie der Küche unterschieden.

schiesser.NETworks bedient sich der GNZA Richtlinie als Referenz- Grenzwert bei den Messungen und im Messprotokoll.

FrequenzGNZB
Magnetische Flussdichte
[uT]
GNZB
Elektrische Feldstärke
[V/m]
GNZA
Magnetische Flussdichte
[uT]
GNZA
Elektrische Feldstärke
[V/m]
1 Hz110000.4100
25 Hz110000.4100
50 Hz15000.450
2.5 kHz1100.41
1 MHz0.1100.011
10 MHz--3--0.3
400 MHz--3--0.3
2 GHz--6--0.6
300 GHz--6--0.6

Institut ECOLOG Hannover

Das Institut ECOLOG definiert, wie auch die NISV mit den Anlagegrenzwerten, Vorsorgewerte. Diese Grenzwerte liegen bereits weit unter den von ICNIRP definierten, wissenschaftlich anerkannten Werten und nochmals deutlich unter den Anlagegrenzwerten der NISV. Diese bereits recht strengen Grenzwerte lassen sich dennoch an den meisten Orten mit recht kleinem Aufwand einhalten.

AnlageFrequenzVorsorgewert ECOLOG
Eisenbahn16.7Hz100nT
20 V/m
Stromversorgung50Hz100nT
20 V/m
Rundfunk0.15-790 Mhz2 V/m
Mobilfunk900 - 5000 Mhz2 V/m

EMV Handbuch von Ecolog (PDF 1.7MB)


Bewertungsskala der Baubiologen

Die Baubiologen haben zur Bewertung von Elektrosmog eine eigene Skala eingeführt. Diese unterscheidet zwischen keiner, schwacher, starker und extremer Anomalie. Diese Bewertungen finden vor allem bei elektrosensiblen Menschen Anwendung.

AnlageFrequenzKeine
Anomalie
Schwache
Anomalie
Starke
Anomalie
Extreme
Anomalie
Niederfrequentes Magnetfeld16.7 - 50Hz

<  20nT

20nT .. 100nT100nT .. 500nT> 500nT
Niederfrequentes elektrisches Feld
erdbezogen gemessen
16.7 - 50Hz< 1 V/m1 V/m .. 5 V/m5 V/m .. 50 V/m> 50 V/m

Niederfrequentes elektrisches Feld
potentialfrei gemessen

16.7 - 50Hz< 0.3 V/m0.3 V/m .. 1.5 V/m1.5 V/m .. 10 V/m> 10 V/m

Rundfunk

0.15-790 Mhz< 0.006 V/m0.006 .. 0.04 V/m0.04 .. 0.2 V/m> 0.2 V/m
Mobilfunk900 - 5000 Mhz< 0.006 V/m0.006 .. 0.04 V/m0.04 .. 0.2 V/m> 0.2 V/m

Richtlinien für Schlafbereiche der Baubiologen (PDF 56kB)